Der polnische Adel, seine Wappen und Familien

Polnischer Adel, Wappen, Szlachta

Name:
Standort: Germany

Montag, August 29, 2005

Der polnische Adel und Kleinadel

Der polnische Adel und Kleinadel.
Inhaltsverzeichnis.
Thematik und Einleitung.
Kleiner geschichtlicher Abriß der Geschichte des polnischen Adelswesen.
Der Versuch zur Durchsetzung eines Hochadels in Polen.
Die Entstehung des polnischen Adels
Die Entstehung des sogenannten Kleinadels.
Die Landbesitznahme durch den polnischen Adel.
Der polnische Adel, seine Güter und seine Titel.
Die Entstehung der Namen des polnischen Kleinadels.
Die Wappen- und Wappenführung des polnischen Adels.
Der polnische Adel unter den russischen Okkupanten.
Titulierungen des russischen Adels.

Verlust und Aberkennung der polnischen Adelsprädikate und Namen.
Der Adelsname in historischer und gesetzlicher Sicht.

Thematik und Einleitung
Ähnlich wie bei den anderen slawischen Völkern, unterschieden sich auch bei den Polen seit der Bildung des Königtums zwei Hauptstände, den der Freien und den der Unfreien. Darüber hinaus erhob sich im polnischen Volk über die Freien ein alter Volksadel.
Auch das uns bei den fränkischen Königen bekannte Gefolgschaftswesen ist bei den ersten christlichen Beherrschern Polens geschichtlich bezeugt. Über den polnischen Adel, insbesondere den sogenannten Kleinadel, dessen Nachfahren im Zuge einer stetigen, immer weiter um sich greifenden Veränderung gezwungen waren, ihre Landsitze zu verlassen, versucht dieser Artikel soweit als möglich Aufschluß zu geben. Dieser polnische Kleinadel lebte vormals auf kleinem Landbesitz in nur knappen Verhältnissen, blieb auch weiteren Kreisen unbekannt und war so im Allgemeinen unbeachtet, wenngleich er die große Masse des gesamten Adels bildete.
An dieser Stelle soll auch versucht werden, seine hohe Bedeutung, namentlich in genealogischer Beziehung hervorzuheben. Der Kleinadel erfüllte getreulich seine, dem König gegenüber schuldige Pflichten, nahm aber auch seine ihm zustehenden Rechte wahr. Er focht im Felde und gab bei Königs- und Reichstagswahlen seine oft ausschlaggebende Stimme ab, wenn auch letzteres meist im Anschluß an die Stimme eines Einflußreicheren.
Der polnische Adel lebte in einem sehr lange festgehaltenen, strengen und umfassenden Familien- oder Geschlechtsverband, der das Eigentum der Familie unter Ausschluß der Töchter von der Erbschaft nur zu Gunsten der Brüder und aller Geschlechtsvettern vererben durfte. Diese Auffassung finden wir auch bestätigt durch das polnische Wort für Wappen "Herb" = Erbe. Der Erhalt des Erbes stand also im polnischen Wappenverband an erster Stelle. Es besteht die rechtsgültige Ansicht, daß alle polnischen Adelsfamilien, so groß auch ihre Anzahl war, und so wenig auch die Verwandtschaft nachweisbar ist, ein einziges Geschlecht bildeten. Die Wappengenossenschaft konnte man als Einrichtung betrachten, aus deren Grundlage sich die Gestaltung aller Privat- und öffentlicher Rechtsverhältnisse organisch entwickelte.
Kleiner geschichtlicher Abriß der Geschichte des polnischen Adelswesens.
Die mannigfachen, sowohl kriegerischen als auch friedlichen Berührungen mit den Deutschen. lehrten seit Annahme des Christentums die Polen, die Vorteile der Militär- und Verwaltungsorganisation der Grafschaftsverfassung kennen. Wie beispielsweise auch in Ungarn wurde daher die Grafschaftsverfassung auch in Polen eingeführt.
Das polnische Reich wurde in Wojewodschaften (Verwaltungsbezirke) eingeteilt, an deren Spitze der König aus den Vornehmen des Landes erwählte Wojewoden (Fürsten), einsetzte. Diese, sowie die auf den königlichen Burgen gebietenden Kastellane (Schloßvögte) oder Burggrafen, und später die königlichen Vögte und Staroste (Inhaber eines vom König verliehenen Lehens) waren, wie ursprünglich die Grafen im Frankenreiche, Amtsgrafen. Die Ansprüche an Ansehen, persönlichem Einfluß und Reichtum, welche diese Ämter an ihre Inhaber stellten, geboten, daß sie nur aus einem Kreis reich begüterter Magnaten (adelige Großgrundbesitzer) gewählt werden konnten, deren Stellung wohl einerseits Ähnlichkeit mit der von Bojaren (hoher russischer Adel) anderer slawischer Völker, andererseits mit der von deutschen Freiherren gehabt haben mag. Die Wojewoden boten den Heerbann der "Freien" auf und beriefen diese zum Gerichtstag und zur Volksversammlung.
Nur diese Freien waren waffenfähig, aber auch waffenpflichtig. die Stellung der Wojewoden entsprach vollkommen der von deutschen Grafen im frühen Mittelalter. Während aber in Deutschland die Grafenwürde und die für den Inhaber desselben bestimmten Güter und Ländereien erblich wurden, war dies in Polen nicht der Fall. die Grafenwürde blieb ein Amt, die Grafenfamilien erlangten nicht die erbliche Landesherrlichkeit und bildeten sich nicht zu einem eigentlichen "Hohen Adel" aus. Der Grund für diese Unterschiede war folgender:
Während in Deutschland das alte Landesrecht mit seiner Hauptunterscheidung von "Freien" und "Unfreien" allmählich durch das Lehnsrecht verdrängt wurde, und ursprünglich "Unfreie", aber einflußreiche Hofbeamte, welche durch Dekret und Noblitierung die Ritterwürde erlangt hatten, sich damit über nichtritterliche, aber "Freie" erhoben, drang in Polen das Lehnswesen nicht durch, es entstand auch kein unfreier Ritterstand. Ritterart und Rittersitte fanden in Polen schnelle Verbreitung und fanden ihren besonderen Ausdruck in den Kämpfen gegen die heidnischen Pommern, Preußen und andere Volksgruppen. Aus dem Stand der Freien entwickelte sich nun ein ritterlicher Adel, welcher, nachdem der letzte Aufstand der Unfreien im Jahre 1077 blutig niedergeschlagen war, den Unfreien jegliche politische Rechte entzog und sie zu Hörigen herabdrückte. Um dem Ritterstand feste Grenzen zu geben, wurde, um diesem anzugehören, im Jahre 1347 der Nachweis der Geburt als Edelmann und 1412 auch der Nachweis der Berechtigung zur Führung eines bestimmten Wappens für notwendig erklärt.
Der Versuch zur Durchsetzung eines Hochadels in Polen.

Seit der Entstehung des Rittertums in Polen, war nur noch der Adel im Besitz politischer Rechte, nur er war waffenfähig, der Nichtedelmann war vom ritterlichen Waffenhandwerk ausgeschlossen. Der Adel war aber auch waffenpflichtig und an bestimmte Bedingungen gebunden. Nur Waffendienst und Landwirtschaft waren des Adeligen würdige Erwerbszweige (Noch im Jahre 1420 gesetzlich neu bestimmt), Ausübung unritterlicher Gewerbe zog den Verlust der Adelsrechte nach sich. Der polnische Edelmann besaß seinen Grundbesitz als freies Allod (dem Lehnsträger persönlich gehörender Grund und Boden), das Lehnswesen drang nicht durch. Nur der Edelmann konnte freien Grundbesitz erwerben. Aber auch nur der Besitzer solchen adeligen Grundbesitzes war im Vollgenuß der Adelsrechte.
Wer seinen Grundbesitz verlor, verlor ebenso wie einer, der sich unritterlichen Erwerbszweigen widmete, oder einer, der aus der Verbindung mit Unfreien stammte, seinen Adel und die damit verbundenen Rechte, d.h., er wurde politisch rechtlos wie die Unfreien. Es sonderte sich somit aus dem Stande der Freien ein freier, ritterlicher grundbesitzender Adel aus. Unfreie, oder nicht Unfreie oder nicht Ritterbürtige, welche in den Ritterstand erhoben wurden, wurden stets mit freiem Grundbesitz ausgestattet oder mußten solchen erwerben. Sie erlangten die Vollfreiheit und ihre Nachkommen nach einer gewissen Reihe von Generationen die Rechte des Adels. Ein Ministerialadel entstand nicht. Der Adel war daher nicht durch Lehensvergabe gebunden. Der Wojewode war nicht Lehnsherr des einfachen Edelmannes. Auch der arme Adelige war auf das eifrigste bestrebt, seinen, wenn auch noch so kleinen Grundbesitz zu erhalten, da er mit demselben Stand und Rechte behielt oder verlor.
Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden die Bestrebungen Einzelner aus dem polnischen Uradel (Szlachta), im öffentlichen und sozialen Leben hervorgetretener Familien, einen privilegierteren Vorrang zu erlangen, einen höheren Adel zu bilden. Diese Bestrebungen bedrohte die bisher bestandene öffentliche Gleichberechtigung der beiden Adelsklassen "Pan" (Herren oder Magnaten) und Ritter. Dieser Grundsatz war - wie bereits erwähnt - dadurch bisher nicht berührt worden, als daß das feudale Lehenswesen, wie es sich in Mitteleuropa gebildet hatte, noch nicht zur vollständigen Entwicklung gekommen war.
Der gesamte kleine Adel, in dieser Sache einig, verhinderte daher die ihm gefährliche Erblichkeit der Grafenämter. Auch das polnische Parlament, der Sjem, trat entschlossen den Bestrebungen entgegen, daß auch höhere Adelstitel verliehen werden konnten. Schon im Jahre 1331 hatte König Wladyslaw auf dem Reichstag erklärt, daß im Adelsstand keine Ausnahme gestattet sei, die Gleichberechtigung desselben fester Grundsatz bleiben müsse. Der Adelssjem konnte seinen Einspruch gegen die Ernennung eines hohen Adelstitels einlegen und der Kanzler der Krone konnte sogar das Staatssiegel für die Verleihungsurkunde verweigern. So schmolzen der sich allmählich abzuzeichnende hohe und niedere Adel zu einem einzigen Ritterstande (Stan Rycerski) zusammen.
Gewohnheitsmäßig und notwendigerweise wurden aber die hohen Würdenträger aus einem bestimmten Kreise von Magnatenfamilien, die durch Großgrundbesitz und Ansehen hervorragten, genommen. Diese Familien nahmen auch für alle Mitglieder den Titel Comes (Graf) an und erfreuten sich erheblicher Privilegien wie doppelten Wehrgeldes und dergleichen bildeten sie bis Mitte des 14. Jahrhunderts tatsächlich eine gesetzlich privilegierte höhere Adelsklasse. Da die Magnaten durch den Sjem an der Bildung einer höheren Adelsklasse gehindert wurden, erwarben sie sich nun die Grafen- und Fürstentitel im Ausland, die ihnen aus staatspolitischen Gründen von den Königen Preußens, Frankreichs und Spaniens, sowie dem Papst verliehen wurden. Diese Verleihung der Würde, kam meist den einflußreicheren Magnaten zugute. Die Schwächung der Macht der Magnaten durch die Erhöhung der Macht des niederen Adels, führte aber nicht zur Kräftigung der königlichen Macht.
Der Tatendrang und Ehrgeiz der mächtigen Magnaten, denen kein bestimmter Wirkungskreis als erbliche Landesherren gegeben war, richtete sich nunmehr auf den bestimmenden Einfluß, auf die Reichsregierung und fand in den Reichstagen seinen Ausdruck. Der Reichstag setzte sich zusammen aus dem Senat und der Landbotenstube. Im Senat saßen die höheren Würdenträger: Wojewoden, Kastellane, Bischöfe usw., also meist ausschließlich den Magnatenfamilien entstammende; in der Landbotenstube Abgeordnete, welche von der gesamten Ritterschaft auf den Landtagen der Wojewodschaften gewählt worden waren. Der niedere Adel gewann somit einen Einfluß auf Reichsangelegenheiten. Hatte nun in Polen auch seit dem 14. Jahrhundert der höhere Adel sein rechtlichen Sonderstellungen verloren, so ließ er es doch bis in die letzten Zeiten des polnischen Reiches nie an Versuchen fehlen, dieselben wiederzugewinnen. Im wirklichen Leben bestand nämlich nichts weniger als Gleichheit aller Edelleute.

Lebte einerseits ein großer Teil des Kleinadels in fast bäuerlichen Verhältnissen oder befand sich, um seine Rechte unter dem Schutz der Mächtigen zu wahren, als Hof- und Wirtschaftsbeamte im Dienst der größeren Besitzer, so führten letztere einen häufig fast fürstlichen Hofhalt und umgaben sich mit einem Gefolge wirtschaftlich von ihnen abhängiger Edelleute, die natürlich ihre Stimmen im Sinne ihrer Brotherren abgaben, nötigenfalls seinen Absichten mit Waffengewalt Nachdruck verschafften. Unter sich waren die größeren Herren nie einig; die eine Partei suchte stets die andere ihres Einflusses zu berauben und sich zur Herrschenden zu machen, bis sie wieder von einer neuen gestürzt wurde, jede suchte, da ja die Stimme eines jeden Adeligen gleich viel galt, durch Bestechung möglichst viele Stimmen für sich zu gewinnen, so daß der Adel in verschiedene Parteien zerspalten war, die sich zuweilen bis aufs heftigste bekämpften, deren Führer aber stets nur gewisse Großgrundbesitzer waren, deren oft nur persönlichen Interessen die Parteien dienten.
Die Entstehung des polnischen Adels.
Die Entstehung der ersten staatlichen Organisation in den polnischen Gebieten mag auf die Wende vom 6. zum 7. Jahrhundert erfolgt sein. Die traditionelle Sippenorganisation trug bei zur Herausbildung der rechtlichen und staatlichen Einrichtungen. Das Ausschalten dieser Sippen verlief unter der Entstehung Feudaler Verhältnisse, deren Merkmale der Zerfall der Herrschaft über Grund und Boden, die Aufteilung des Grundbesitzes und das Auftreten von Herrscherpersönlichkeiten waren. Im 10. und 11. Jahrhundert verblieben lediglich Reste des Systems der Sippenherrschaft unter der Bedingung der feudalen Monarchie. Im Laufe des 11. und 12. Jahrhunderts, begannen sogar neue Geschlechter zu entstehen, die vom Rittertum mit Landbesitz, das zum Militär - und Heeresdienst verpflichtet war, gegründet wurden. Die Geschlechter hatten ihre frühere politische Eigenständigkeit zwar eingebüßt, besaßen aber auf dem Gebiet des Straf - und Vermögensrechts festgesetzte Rechte und Pflichten. Im 10. und 11. Jahrhundert ruhte die Hauptlast der Staatsverteidigung auf der ritterlichen Gefolgschaft, die unter dem Befehl des Fürsten stand und aus seinen Mitteln unterhalten wurde. Mit der Zeit wurde deren Unterhaltung durch das System der Massenbelehnungen mit Land gegen Verpflichtung militärischen Waffendienstes ersetzt. Diese Belehnungen wurden anfangs auf Zeit und Widerruf, später aber auf Lebenszeit vorgenommen. Im 13. Jahrhundert nahm der Grundbesitz den Charakter eines uneingeschränkten Eigentums einschließlich des Erbrechts an. Der äußere Ausdruck der Einheit des neuen Geschlechts war der Schlachtruf, der in vielen Fällen aus sehr alter Zeit stammte. Solcher Schlachtrufe bedienten sich die Angehörigen der Geschlechter, wenn sie sich sammeln wollten. Im 13. Jahrhundert traten neben diesen Schlachtrufen bei der gebürtigen Ritterschaft Wappen in Erscheinung. Sie wurden von alten Eigentumszeichen abgeleitet und innerhalb der einzelnen Rittergeschlechter modifiziert und vereinheitlicht wurden. Diese Zeichen wurden den westeuropäischen Wappen angeglichen. Was als Eigentumszeichen ein Strich war, wurde zu einem Pfeil oder Speer, ein früherer Halbkreis wurde zu einem Hufeisen oder einem Bogen, usw. Unter westlichem Einfluß wurden heraldische Figuren wie Adler, Greif und Löwen aufgenommen. Im Unterschied zu den westeuropäischen Wappen erhielten aber die polnischen Wappen Eigennamen, die aus den früheren Schlachtrufen entstanden. Später polnische Wappen erhielten Namen ihres selbsterklärenden Abbildes, so die Szurek mit dem Wappen Szur, genannt Namiot (Zelt) oder Kisiel (nach dem litauischen Fürstengeschlecht). Die alten Schlachtrufe wurden im Laufe der Zeit beträchtlich verunstaltet. Ein weiterer wesentlicher Unterschied zum westeuropäischen Adel bestand darin daß dessen Wappen zwar zu einer großen, aber doch durch Blutsbande verbundenen Familie gehören konnte. Den slawischen Rittergeschlechtern hingegen konnten viele Familien angehören, die entweder gar nicht, oder nur sehr entfernt verwandt waren, aber dasselbe Wappen führten. Ein polnisches Rittergeschlecht war also ein heraldisches Geschlecht, dessen Einheit sich nicht aus der Verwandtschaft, sondern aus dem früheren Schlachtruf und später aus dem gemeinsamen (Geschlechter) Wappen ergab. Daher gab es in Polen so viele Geschlechter, die mit demselben Wappen siegelten.

Um aber in ein heraldisches Geschlecht eintreten zu können, um das Recht zu erlangen, sich eines Wappens zu bedienen, mußte man eine entsprechende wirtschaftliche Kraft besitzen. Die arme Ritterschaft, die sogenannte sciercialki oder wlodycy, gelangten nicht in die heraldischen Geschlechter, hatten kein Recht auf Wappen und bildeten nicht den kommenden Adel. Viele der zum Heeresdienst verpflichteten (von denen viele von Geburt an zur vermögenden Schicht gehörten), fanden leicht Gelegenheit, wirtschaftlich voranzukommen. Die Belehnungen mit Grund und Boden waren manchmal sehr großzügig. Die Kriegsbeute und die Gunst des Fürsten aber lieferten das notwendige Kapital für die Bewirtschaftung der Güter. So entstand die Schicht der Großgrundbesitzer oder Magnaten. Die Entwicklung des Großgrundbesitzes fand nicht nur im Wege fürstlicher Belehnungen, sondern auch auf Kosten des kleinen Besitzes statt. Das erfolgte vor allem in den Fällen, in denen der Magnat die Methoden der Gutswirtschaft anwandte. Er verschlang die in ihrem Bereich liegenden kleinen Wirtschaften, wobei am häufigsten nackte, sich hinter keinem Deckmäntelchen des Rechts verbergende Gewalt angewandt wurde.
Das herrschende Wirtschaftssystem im Bereich des Großgrundbesitzes war das System der Naturalwirtschaft. Freie und unfreie Siedler zahlten dem Grundbesitzer Abgaben für die Nutzung des Landes in Form von Naturalien bzw. Agrarprodukten. Großgrundbesitzer rentabilitierten ihre Güter, indem sie eine Arbeitsteilung vornahmen. Bestimmte Dörfer oder Siedlungsstellen wurde die Pflicht auferlegt, bestimmte Dienste oder Abgaben in bestimmten Produkten zu leisten oder besondere Dienste zu leisten. Anfangs befreite die Belehnung eines Ritters weder ihn noch seine Siedler von den Abgaben zugunsten des Fürsten. Es wurden allenfalls Abgabenbefreiung auf bestimmte Jahre gewährt. Von den Pflichten befreit werden konnte die Bevölkerung eines ritterlichen Dominiums nur aufgrund eines fürstlichen Privilegs.

Große Privilegien wurden der Ritterschaft in sehr großem Umfang in Polen erst im 13. Jahrhundert verliehen, als die regionale Zersplitterung bereits vollzogen und die Macht des Monarchen entsprechend geschwächt war, was wiederum die Position der Ritterschaft gegenüber dem Herrscher stärkte. Privilegien wurden in der Regel nur einzelnen Rittern und nur selten einem ganzen Geschlecht eingeräumt. Ganz allgemein enthielt ein Privileg folgende Punkte: Anerkennung des Erbrechts und Zuerkennung des faktischen Eigentumsrechts, Erteilung der der wirtschaftlichen Immunität, also der Befreiung der Bevölkerung des Dominiums von Abgaben zugunsten des Fürsten, Erteilung der Gerichtsbarkeit, d.h. die Entziehung der Bewohner des betreffenden Dominiums der Jurisdiktion (Gerichtsbarkeit) der fürstlichen Beamten und ihre Unterstellung der Gerichtsbarkeit des Grundbesitzers; schließlich die Befreiung des Ritters selbst von einer Reihe von Lasten zugunsten des Fürsten. Innerhalb kurzer Zeit befand sich das ganze ritterliche Land im Besitz der Immunität. Dies geschah meistenteils im Wege der Usurpation (widerrechtliche Machtergreifung) der Immunität seitens der Ritterschaft, die sie nicht besaß, aber an ihr sehr interessiert war. Ritter ohne Immunitätsrechte begannen über die Bevölkerung, die auf ihren Gütern lebten, Gericht zu halten und hörten auf, Abgaben zugunsten des Herrschers abzuführen. Gründe dafür waren das hoch entwickelte Gemeinschaftsbewusstsein innerhalb der Geschlechter, die Schwächung der fürstlichen Macht, wobei sich auch das Gefühl der Solidarität und auch das der der Gleichheit entwickelte. Die eigenmächtige Aneignung der Immunität brachte der Adelsklasse Vorteile, insbesondere die patriomoniale (erbrechtliche) Jurisdiktion, welche die Bevölkerung des betreffenden Dominiums voll und ganz vom Grundherrn abhängig machte.
Die Entstehung des sogenannten Kleinadels
Im Jahre 1496 wurde vom Ritterstand für die Zukunft bestimmt, daß adeliger Grundbesitz nur von Edelleuten besessen werden könne. Kein Edelmann sollte ohne, wenn auch noch so kleinen Landbesitz sein. Die Aufgabe des Landbesitzes habe allerdings den Adelsverlust zur folge. Die Ritterschaft allerdings war sehr zahlreich und unbemittelt. Nach der Auflösung der Ritterschaft war fast die Gesamtheit dieser verarmt. Um nun aber den hierdurch besonders betroffenen armen und besitzlosen Adel nicht von seinen Rechten auszuschließen, und, um es ihm möglich zu machen, sich den Beschlüssen gemäß zu ernähren, wurde allen Besitzlosen des Ritterstandes, ein das für den genügsamen Lebensbedarf ausreichendes ländliches Besitztum aus den Staatsgütern zugeteilt, welches erblich war. Dieses Land (Ackerland), welches der König und seine Magnaten zur Verfügung gestellt hatten, umgab geschlossene Dorfsiedlungen. Diese Staatsgüter bestanden zum Teil aus früheren königlichen Krongütern. Die Güter, aus denen der Königshof seine Einnahmen bezog, nahmen ungefähr den dritten Teil des gesamten Landes ein. Der durch die Einnahme aus diesen Gütern geschaffene Luxus, lenkte die Aufmerksamkeit des Adelssjems (Adelsversammlung) auf diese und er erklärte diese als Staatsgüter, überließ aber dem König zu deren Nutzung den dritten Teil. über den Rest wurde verfügt, daß die Hälfte als Domänen reserviert werden solle, als Belohnung eines Verdienstes, zum Nutzungsrecht einzelner Güter; die andere Hälfte aber an die besitzlosen Edelleute erblich vergeben werden solle. Die Güter lagen in den verschiedenen Wojewodschaften, meist sporadisch verteilt; die früheren königlichen Güter lagen aber vorzugsweise in den östlichen Wojewodschaften, die eigene, abhängige Kleinstaaten gewesen waren, und bildeten kilometerlange Gürtel aneinanderhängende Dörfer. Diese Ländereien wurden in Anteile (Zagrody) zerlegt, die an die besitzlosen Edelleute vergeben wurden, die nun in umfangreichen Kolonien nebeneinander wohnten. Alle vergebenen Anteile wurden zu adeligem Besitz erklärt. Diesen Besitz nun, gab der Adelige unter keinen Umständen wieder auf, wenn er nicht anderen adeligen Besitz erwerben konnte, weil er ihm den Adel und alle adeligen Rechte sicherte, die ja andernfalls verloren gingen.

Da nun die Unteilbarkeit dieser Grundstücke nicht bestimmt war, so zerfielen viele derselben, meist durch Erbschaftsteilung in so kleine Teile (Zagony), Daß die Bewirtschaftung nur durch die eigene Tätigkeit, ohne jede Haltung von Dienstleuten, die ja versorgt werden mußten, geschehen mußte. Da die Edelleute aber nur über wenig Land verfügen konnten, etwa 6-10 ha, konnten sie sich ihrer Armut nicht entledigen. Wer über keinen Grund und Boden mehr verfügte, zählte zum landlosen Adel. diese verdingten sich dann unter anderem in den Berufen von Gutsverwaltern, Gemeindeskretären, Organisten und Küstern ihren Lebensunterhalt. Trotz daß im Jahre 1496 für den Ritterstand bestimmt wurde, Daß als dem Edelmann geziemendes Gewerbe alleinig der Landbau und der Waffendienst erachtet wurde, lehnten die meisten den Dienst in der Armee der Okkupanten (Besatzer) aus patriotischen Gründen ab. Viele verarmte Ritterfamilien schämten sich, weil sie ärmer als Bauern waren. Etliche Ritter- und gar Fürstenfamilien waren so verarmt, Daß sie auf Adelsnamen - und Titel verzichteten und sich bürgerliche Namen zulegten.
Die Landbesitznahme durch den polnischen Adel.

In der Geschichtsschreibung Polens wird erörtert, wie die beiden den polnischen Staat bildenden Volksstämme, die Polanen und Lechiten, die Jahrhunderte in Frieden nebeneinander gelebt hatten, in Zwietracht gerieten, der zu offener, erbitterter Bekämpfung führte, in welcher die Polanen im Jahre 1078 unterlagen, und durch die sie besiegt habenden Lechiten als untergeordnet erklärt wurden, sie wohl in Person und Eigentum, soweit dieses den Lechiten nicht früher abgenommen war, geschützt werden sollten, doch keine öffentlichen Bürgerrechte ausüben durften, sie sollten nur Staatsbewohner und ein dienstbares Volk sein.
Staatsbürger waren nur die Lechiten allein, die hierdurch einen allein berechtigten Standpunkt gewannen, ein privilegierter Adelsstand wurden, wenngleich sie schon bisher moralisch als solcher erachtet werden mußten, da sie allein das Waffenrecht und die Waffenpflicht besaßen und ausgeübt hatten. Jeder, der seine Zugehörigkeit zum Lechitenstand untrüglich nachweisen konnte, war ein Edelmann. Daher ist es ganz verständlich, daß man im Scherz davon sprach, daß jeder fünfte Pole adlig sei, und sich in der Literatur der Ausdruck "Die polnische Adelsnation" findet.
Das Streben, auch im sozialen Leben alle Beziehungen mit den Polanen, die nun Kmieci (Bauern) genannt wurden, abzubrechen, konnte nicht so leicht durchgeführt werden, weil durch noch immer vorhandene gegenseitige Verschwägerungen Familienbeziehungen bestanden, und weil die armen und besitzlosen Lechiten vielfach ein Gewerbe betrieben und allen dadurch bedingten Verkehr mit den Kmieci nicht sofort aufgeben konnten. Die weitere Verschwägerung mit den Kmieci war schon früher als eines Edelmannes für unwürdig bezeichnet worden und fand auch kaum mehr statt.
Durch die Unteilbarkeit des Landbesitzes des polnischen Kleinadels, bildete sich durch die Erbteilung eine große Zerstückelung der einzelnen Gutsanteile, das heißt, ein Komplex von Baulichkeiten. Jeder dieser neu entstandenen Baulichkeiten erhielt dann wohl seinen eigenen Namen, der als Nebenname des Dorfnamens, oder auch selbständig gebräuchlich wurde. Das gleiche war der Fall, wenn mehrere Grundstücke zu einem Besitz zusammenfielen. Fielen viele dieser Besitze auch wieder der Zerstückelung anheim, so blieb doch der einmal gebräuchlich gewordene Sondername bestehen. Es waren also in dem Hauptdorf wiederum kleine Ortschaften entstanden. Der diese kleinen Grundstücke besitzende Adel wurde nun "Szlachta Zagrodowa" oder "Szlachta Zagonowa"; zu deutsch "Der Kleinadel" genannt. Es ist wohl anzunehmen, Daß bei der Verteilung von Land an den besitzlosen Adel, den Wünschen verwandter Familien, den Besitz nebeneinander in demselben Dorf, oder angrenzend zu erhalten, Berücksichtigung gefunden hatte. Es war aber bei der Zerstückelung der Dörfer in Anteile wohl nur ein seltener Fall, Daß alle diese Anteile an Mitglieder nur einer Familie gegeben wurden, diese also allein das ganze Dorf besaß. Es ist vielmehr anzunehmen, daß neben verwandten Familien auch einander fremde Familien, ja wohl durchgängig fremde Familien in den einzelnen Dörfern ihre Niederlassung erhielten. Die als adeliger Besitz vergebenen Anteile lagen wohl allen nur in Groß- und Kleinpolen, teilweise oder durchgängig in den Wojewodschaften Leczyca in 225 Dörfern, Sieradz in 144, Lublin in 180, Brzesc in 114, Kalisch in 100, Krakau in 52, Sendomierz in 37, Inowroclaw in 11, im Land Dobrzyn in 67 Dörfern, in der Wojewodschaft Posen verschwindend klein.
Der polnische Adel, seine Güter und seine Titel.
Die Besitzer und Herren eines Dorfes, Ortes oder von Herrengütern (Panen-Güter, polonisiert: panen-guttere (gleich adlige Besitzungen) gehörten gewöhnlicherweise dem polnischen Adel (Szlachta) an.

Schätzungsweise zählten zu Zeiten der alten Adelsrepublik 10 - 15 % der Bevölkerung Polens zum Adel. Nicht alle diese Adeligen (Nobiles) waren reich oder wohlhabend. Ein großer Teil des niederen und unbedeutenden Landadels waren fast so arm wie die
Bauern selbst, die das Land dieser Adeligen bestellten. Zahlreiche kleine Landadelige gingen gar selbst hinter ihrem Pflug her.

Die polnische Adelsnation vergab aus Gleichheitsgründen keine Titel und Prädikate. Die Titel der Provinzialwürden waren meist ohne Funktionen und lauteten: praefectus culinae (Küchenmeister), pocillator (Einschänker), incisor (Vorschneider), dapifer (Schüsselträger), subdapifer (Unterschüsselträger, pincerna (Mundschenk von der königlichen Tafel), venator (Jägermeister), gladifer und ensifer (Schwerträger), stabuli praefectus (Stallmeister), signifer (Fahnenträger) und andere..

Die im benachbarten deutschen Reich geltenden Adelsprädikate des einfachen Lehnadels, des Freieren -, Grafen- und Fürstenstandes waren in Polen ursprünglich nicht gebräuchlich. Die Kirchenbücher und Personenstandsregister benennen jeden Adeligen vor seinem eigentlichen Namen mit Titeln, die sich je nach den sozialen Strukturen, in denen sich der Vertreter dieses Namens bewegte, unterscheiden. Die gebräuchlichsten polnischen Adelsprädikate waren "szlachetny"( poln.=Adeliger/adlig) oder"Nobilis" (lateinisch. = Edler/Adeliger) für einen Adeligen ohne Landbesitz oder (offizielles) Amt. Die Bezeichnung "Unrodzony" (= edel geborener) oder "Generosus" (lat.= Edelmütiger/edel geborener) stand für einen Adeligen mit Landbesitz. Die Bezeichnung "Wielmozny" (poln.= Verehrungswürdiger) oder "magnificus" (Lat.= Prachtvoller/Erhabener) stand für einen adeligen Besitzer mehrerer Dörfer und/oder den Inhaber eines hohen bezirklichen (Regierungs) Amtes.
Den Titel "Illustrissimus ac magnificus" (Ausgezeichneter und auch Erhabener) hatten zumeist Magnaten und Senatoren (Ratsherren) inne. Die Praxis der Benutzung dieser Titel beziehungsweise Anreden wechselte fortlaufend durch die Jahrhunderte hinweg und die obigen Beispiele sind etwa gültig für das 17.-19. Jahrhundert. Die "Szlachta" d.h. die Ritterschaft führte nur das Prädikat "Nobilis", die Herren und Magnaten führten im allgemeinen die Prädikate "Generosus" und "Magnificus" , die Fürsten das Prädikat "Celsissimus."
Titel und Prädikate die erst später auftraten, waren das Ergebnis der Besatzungsmächte oder wurden vom Ausland adoptiert. Bezeichnungen der Adeligen wie Castelanus (Kasztelan), Capitanus (Starosta), Voivode (Wojewode), Tribunus (Wojski), Sculetus (Soltys), Subcamerarius (Podkomorzy) von Tarnow, Krakow usw., sind keine Adelstitel, verweisen aber auf Verwaltungsämter oder Regierungsstellen, die alleinig der Adel innehatte.
In polnischen Kirchen- und Standesamtsbüchern wird der Berufsstand der eingetragenen Personen nur durch ein Wort oder einen Begriff angegeben. Daher ist es angebracht, etwas weiter auszuholen, um diese Begriffe besser definieren und einordnen zu kennen. Die polnische Gesellschaft, wie auch alle anderen Feudalsysteme des 19. Jahrhunderts, war in drei Hauptgruppen oder sozialen Klassen aufgeteilt: Bauern, Bürger und der Adel (wobei der Adel auch größtenteils den Klerus stellte). Eine Eigentümlichkeit des polnischen Adels war diese, daß er einen hohen Bevölkerungsanteil darstellte, im Vergleich zu anderen Ländern. Die einzigen (slawischen) Länder mit noch höherem Anteil an Adeligen waren Georgien und der Kaukasus. In einigen Teilen Polens, speziell Podlasien, Masowien, das Land Dobrzyn und Lomza, erreichte der Adel 30 Prozent der Bevölkerung. Daraus ergibt sich, daß viele polnische Familien adelige Vorfahren ableiten kennen. Dies kann trotzdem hinsichtlich eines früheren angenommenen höheren sozialen Status zu Irrtümern führen, denn viele der Adeligen lebten in schlechteren wirtschaftlichen Verhältnissen, als wohlhabende oder reiche Bauern. Als ausübende Berufsbezeichnung polnischer Adeliger wird in den schriftlichen Unterlagen gewöhnlicherweise das Wort beziehungsweise der Begriff "Erbe" (polnisch = Dziedzie) angegeben. Doch muß man hierzu weitere Gedanken entwickeln, um eine Feststellung des wirtschaftlichen und sozialen Status treffen zu kennen. Kirchenbucheinträge helfen in diesen Fällen zumeist nicht weiter. Die Zivilstandesbücher des Herzogtums Warschau (1809-1815) und von Kongreßpolen (ab 1815 russisch Polen) sind meistens hilfreicher in dieser Hinsicht, da sie mehr Informationen enthalten. So kann man solche Begriffe wie zum Beispiel "Dziedzie czesci" (= Teilerbe/Teilbesitzer) antreffen, was bedeutet, da› dieser Adelige nur Besitzer eines halben Dorfes war, oder "dziedcie na lanie" (= Erbe oder Besitzer) von ca. 20 Hektar.
Manchmal findet man anstatt des Wortes "dziedzie" den Ausdruck "possessor" (= Besitzer), welches ein Synonym für "dziedzie" darstellt. Um exaktere Angaben über den Landbesitz eines Adeligen zu erhalten, muß man andere Quellen bemühen, als Kirchenbuch - oder Zivilstandsregister. Für die Zeiten nach den Teilungen Polens (z.B. das gesamte 19. Jahrhundert), finden sich die wichtigsten Dokumente, genannt "Ksiegi hipoteczne" (= Hypothekenbücher), in welchen alle Besitzer eines bestimmten Gebietes oder Landstrichs in chronologischer Form aufgelistet waren. Diese Unterlagen sind sehr hilfreich für genealogische Forschungen, da die Hypothekenbücher Informationen über die Besitzer des Grund und Bodens enthalten in Form von Verfügungen, Testamenten, Käufen und anderen wichtigen Begebenheiten. Unglücklicherweise haben viele dieser Bücher die kriegerischen Zeiten nicht überstanden.
Ähnliche Informationen und manchmal noch präzisere für die Zeiten vor den Teilungen Polens können in weiteren Akten aufgefunden werden. Genannt seien: "Ksiegi grodzki i ziemski" (= Burg- und Landgerichtsakten bzw. Aufzeichnungen). Auch hier wurden viele Unterlagen während des zweiten Weltkrieges zerstört. Weitere Schwierigkeiten bestehen darin, daß diese Unterlagen und Akten in alten Handschriften und in Latein getätigt wurden. Andererseits, Falls Jemand das Glück hat und beispielsweise einen dieser Erbfälle auffindet, kann er eine Stammfolge von mehreren Generationen in diesem günstigen Augenblick aufdecken.


Es existierten auch Adelige, die nicht einmal ein kleines Stück Land besaßen, und es für ihren Lebensunterhalt von einem anderen Adeligen pachten mußten. In solchen Fällen erscheint in den Büchern die Bezeichnung "dzierzawca" (= Leihpächter). Andere Adelige standen als Aufseher oder Verwalter (rzadca oder ekonom) bei Magnaten (= hoher Adeliger oder Großgrundbesitzer) in Diensten.
Die Besitzer (Hares) oder Herren (Dominum) der Ländereien, lebten zumeist in Gutshäusern (Dwor) genannt. Der Kleinadel, manchmal von den Magnaten (Großgrundbesitzern) verächtlich "bäuerlicher Adel" genannte, lebte nicht so feudal wie der vermögende Adel, sondern in einfacheren Gehöften und Gebäuden. Selbst Edelleute (Kleinadelige) als Besitzer kleinadeliger Dörfer, verdingten sich mit Saisonarbeit bei den vermögenderen adeligen Gutsbesitzern. Selbst Hofbauern dünkten sich gleichstehend mit ihnen, und in Reymonts historischem Roman " Die Bauern", beschimpft ein Bauer die "von Rschepetzkis" mit den Worten: "Edle Herren, Aaszeug, Sack und Pack. Weichselzöpfe, ohne Pferde kommen sie aus, weil die Läuse sie schon allein vorwärts tragen."
Die Gutshäuser des wohlhabenden Adels konnten ein kleines Schloß sein, ein anmutiges Gutshaus oder auch ein bescheideneres Haus mit mehreren Räumen. Ein adeliges Gutshaus konnte auch ein Teil eines Landgutes (Praedium), Vorwerks (Rusticum) oder Meierhof sein. Praedium oder Rusticum sind altertümliche Bezeichnungen für ein großes Landgut. Diese befanden sich zumeist im Besitz von reichen Landeignern oder Magnaten (Vornehmste und höchste Adelige), von welchen es verschiedene im gleichen Ort geben konnte. Jeder dieser Besitzer oder Eigener eines Dorfes konnte verschiedenen Familien gleichen Namens angehören, einen anderen oder Beinamen führen und gleichen oder verschiedenen Wappengenossenschaften angehören. Der Term Mansa (poln. Plebania), bezeichnet kein Herrenhaus, sondern eher ein Pfarreigebäude mit Grundbesitz im Dorf selber, der zur Kirche gehörte und zur Versorgung des örtlichen Pfarrers diente.
In geschichtlicher Zeit war ein Praedium aus Steinen und Mauern gebaut und diente als Verteidigungsaußenposten. Es wurde deshalb auch "Praedium Militare" (militärischer Land- oder Außenposten) genannt. Ein ähnliches, besser beschreibendes Wort für den gesamten Landbesitz ist das alte lateinische "Latifundium" (großes Landgut). Auch Bauern (polnisch Kmieci oder Chlopy) konnten Teile des adeligen Guts - oder Grundbesitzes pachten. Das lateinische Wort "Demense" (Pacht an Hörige) bezeichnet ein derart vom adeligen Besitzer verpachtetes Land an die Untertänigen und leibeigenen Bauern. Die sogenannten Meierhöfe wurden wiederum von Kleinadeligen, die in Diensten der Großgrundbesitzer standen verwaltet. Nach Aufhebung der Leibeigenschaft wurde das Land aufgeteilt zwischen dem Gutsherrn, als zum Gutsbezirk zugehörigen Grund und Boden und der bäuerlichen Bevölkerung.
Aber selbst nach der Auflösung der Leibeigenschaft bestand immer noch ein Unterschied zwischen dem Gemeindeland, und dem Land das zu den Gutshöfen der größten Landeigener, also des Adels gehörte, obwohl sie nicht mehr länger Besitzer der Dörfer und Orte und des sie umgebenden Gemeindelandes waren. Ein Gutsbesitz umfaßte in hügeligem Gelände über 100 - 200 morgow (Morgen), aber bis zu 500 und mehr morgow in ebenem Gelände. Große Rittergüter und Gutsbesitze existierten noch zahlreich während der russischen Besetzung im Osten (Polesien, Wolhynien und Podolien).
Die Entstehung der Namen des polnischen Kleinadels.
Die Adelsnamensgebung in Polen begann im 14. Jahrhundert mit dem zeremoniellen Ritterschlag. Die Adelsnamen leiteten sich von Landschaften, Ortschaften, Landgütern oder Burgen ab. Das 12. und das 13. Jahrhundert waren Jahrhunderte der Namensgebung in Europa. Und für diese Zeiten beginnen die Schwierigkeiten für den Genealogen, der sich mit der Herkunftsermittlung der Namen des polnischen Adels- bzw. des Kleinadels beschäftigt, mit dem ungenügend vorhandenen Quellenmaterial. Steuerlisten gehören für genealogische Forschungen zu den wichtigsten Fundquellen, weil sie nach Jahren geordnet, neben dem Namen des Besitzers auch den Namen des Besitzes, und noch weitere Nebenangaben enthalten. Weil in diesen Listen, welche aus der Zeit stammen, in der sich die Annahme der nach dem Namen des Besitzes gebildeten Familiennamen vollzog, was in den westlichen Landesteilen Polens früher, als in den östlichen geschehen ist, noch vielfach die alten Familiennamen vorkamen, welche den vielfach zahlreichen Familien eines Dorfes, welche später meistens denselben Namen annahmen, als unterscheidende Beinamen verblieben, so tritt der Umstand ein, daß der in den Steuerlisten durchweg lateinisch geschriebene Name, im Polnischen abweichend geschriebene Buchstaben enthält. Dieser Umstand tritt in besonderer Wichtigkeit hervor zur Klärung der Frage, inwieweit die aus einem Orte stammenden Familien gleichen Namens identisch oder verschieden sind. Vielfach wurden die Beinamen beibehalten, vielfach aber fortgelassen. Die früheren Genealogen waren vielfach der Meinung, daß verschiedene Beinamen, die mit gleichem Familiennamen vorkamen, derselben Familie zukamen, und nur Zweige derselben bezeichneten. Das traf wohl auch oft zu, sehr oft waren diese Beinamen aber alte Familiennamen und gehörten zu ganz verschiedenen, wenn auch gleichnamigen Familien.
Es kann wohl mit Bestimmtheit vorausgesetzt werden, daß der vordem besitzlose Adel, der nicht seinen Stammes - bzw. Wappennamen dem Namen eines Besitzes beifügen konnte, schon lange vorher feste Familiennamen führte, die für sein Auftreten in der Öffentlichkeit eine Notwendigkeit waren. Diese Familiennamen wurden nun auch auf dem neuen Besitz festgehalten. Der Kleinadel folgte dann aber auch dem allgemein gewordenen Brauch, einen von dem derzeitigen Besitz abgeleiteten zweiten Familiennamen anzunehmen. Dieser neue Name wurde der in der Öffentlichkeit allein Benutzte, welchem aber die verschiedenen Besitzer desselben Dorfes, die vielfach denselben neuen Namen annahmen, zur Unterscheidung ihrer Familien den alten Stammnamen hinzufügten, der nun aber auch nur einfacher Beiname geworden war. Die Zweige dieser einzelnen Familien unterschieden sich dann wieder vielfach durch weitere Beinamen, die meist wohl dem Vornamen des Zweigältesten, oder einer körperlichen Eigenschaft oder Gewohnheit eines Angehörigen, oder der örtlichen Lage des Gutsanteils, oder irgend einem Vorkommnis, oder einer sonstigen Eigentümlichkeit entnommen waren.
Dieser Beiname wurde dann auch von den Nachkommen fortgeführt und ersetzte den fortgefallenen Stammesnamen. War neben den mannigfachen Beinamen der selbst zum Beinamen gewordene Stammname als solcher schon früher schwer feststellbar, so wurde es bei dem Mangel einer festgehaltenen Überlieferung fast unmöglich, namentlich, wenn einzelne Familien gar keine Beinamen weiterführten, was leider überwiegend der Fall war. Die Namen, welche auf Handwerk oder sonstige Beschäftigung hindeuten, dann solche, für welche durch kein Wort eine Erklärung zu finden ist, die vielleicht aus der Vorchristenzeit herüber genommene Vornamen sind, dürften als alte Familiennamen anzusehen sein; ebenso auch die Beinamen, die gleichzeitig als Einzelnamen vorkommen. Diese sind eigentlich richtig als Stammnamen zu bezeichnen, während Beinamen sich erst später bildeten.
Leider sind die Wappen des Kleinadels den Forschern fast gar nicht bekannt geworden und jetzt auch schwer festzustellen, und dieser Umstand erschwert es bei der Durchsicht der gedruckten Namenregister eine zutreffende Gruppierung der Familien herauszufinden. Es dürfte zumindest feststehen, daß wenn zehn, zwanzig, und noch mehr verschiedene Familien in einem Dorf wohnen und diese, der Sitte folgend, nach dem Dorf den gleichen Namen annehmen, diese verschiedenen gleichen Namensträger nicht ein und dieselbe Familie sein können, jede Familie ihr besonderes Wappen, eine besondere Genealogie haben muss. Wenn einer Familie auffallend viele Beinamen zugeteilt werden, so muß die Richtigkeit dieser Angliederung an gleichnamige Familien im gleichen Dorf doch sehr unwahrscheinlich erscheinen.
Die Wappen- und Wappenführung des polnischen Adels.
In Europa verband und verbindet man das Wort "Wappen" mit dem Begriff "Waffen", während in Polen das Wort "Herb" aus dem böhmischen "Erb" hervorgeht und gleichbedeutend mit dem deutschen Wort "Erbe" ist. Der Erwerb des Wappens oder das Vererben ist, beziehungsweise war in Polen der wesentliche Faktor der Zugehörigkeit des Wappens zum Adel. Wappen waren in Polen in erster Linie Eigentums- und Erkennungszeichen und sollten den Eigentümer im Rahmen eines bestimmten Geschlechts- auch bei Rechtsgeschäften - zeigen und vorstellen.

Im Jahre 1347 wurde in Wislica urkundlich festgelegt, Daß jeder Freie das Recht habe, ein eigenes Wappen zu führen. Vormals bestand keine Pflicht, ein Wappen zu führen. Später jedoch wurde es zum Nachweis der Zugehörigkeit des polnischen Adels zur Pflicht. Söhne des noch lebenden Wappenberechtigten besaßen das Recht zur Führung des Wappens nicht. Auch die Unfreien Besaßen unter ihren Herren kein Recht zur Führung eines Wappens oder des Besitzes. Es gab aber auch viele Freie, die zur Wappenführung keinen Grund sahen, wobei es insbesondere beim kleinen Landadel auch finanzielle Gründe gab.

Siegel und Wappen erbte nach dem Tod des Vaters der älteste Sohn. Im Abendland war gewöhnlich der Familienname gleichzeitig auch der Wappenname. In Polen hatten die Wappen ihre eigenen Namen und Benennungen. Es handelte sich um Wappen, deren Namen eigentlich Kriegsrufe waren, oder Wappen, deren Name gleichzeitig Namen der Wappenbilder sind, oder Wappen mit dem Namen dieser Familie, die diese führt und Wappen, ohne spezielle oder in Vergessenheit geratene Namen. Ein Wappen durfte, wie schon erwähnt, jeder freie Pole besitzen, aber als Adelsangehöriger mußte man die vollen Bürgerrechte besitzen. Der Erwerb der Bürgerrechte war in den meisten Fällen die Hauptsache, der Erhalt des Wappens aber in vielen Fällen nur eine Nebensache. In der Gesetzgebung von 1347 bestimmte noch ausschließlich die Geburt die Zugehörigkeit zum polnischen Adel. Später bestand dann die Möglichkeit den polnischen Adelsstand zu erwerben und damit auch ein polnisches Wappen zu besitzen und zu führen. Die Möglichkeit des Erwerbe des polnischen Adelsstandes war gegeben durch die Adoption (Annahme an Kindes statt), durch die Nobilitation (Erhebung in den Adelsstand) und durch Indigenatus (Aufnahme eines Fremden (Adeligen) in ein polnisches Geschlecht.
Der polnische Adel unter den russischen Okkupanten
Das im Jahre 1815 vom Wiener Kongreß als "Königreich Polen" konstituierte Land an der mittleren Weichsel wurde bezüglich seines Adelsstand in einem besonderen Heroldsamt in Warschau zusammengefaßt. Diese unselbständige "Staatsgebilde" wurde vom russischen Zaren (Kaiser und König) aus dem Hause Romanow zuerst im Jahre 1836 (nach dem ersten fehlgeschlagenen polnischen Aufstand) und dann 1863 nach dem zweiten Aufstand immer merklicher zum russischen Kernland zugeschlagen. Schon Jahre zuvor wurden die polnischen Verwaltungseinheiten (Wojewodschaften und Powiate) in "Gubernien" umgewandelt. Der gesamte polnische Adel wurde mit seinen Gubernien in Warschau bei der dortigen "Statthalterschaft" des Weichsellandes" ohne Unterschied der Herkunft bzw. des Bekenntnisses und des Volkstums als Untertanen S.M. des Kaisers aller Reußen registriert. Es wurden unterschiedslos die Mitglieder des altpolnischen Adels, des Wappens -, des Briefadels und des Auslands-, des Stamm - und Verdienstadels in ein und dasselbe Register eingetragen und kein Adelsverband hatte praktisch das Recht eines Einwandes dagegen. Die alten polnischen Sjembestimmungen von 1578 - 1790, die Napoleonischen Dekrete des herzoglich Warschauer Staatsrates von 1809 und auch die Ukasse der Zaren von 1817, 1836 und 1851 wurden in den letzten Jahren des Bestehens des russischen Kaisertums vollständig nivelliert. Schon nach dem Sturz der polnischen "Schlachta - Republik" = Adelsrepublik im Jahre 1795 und des napoleonischen Saisonstaates "Herzogtum Warschau" (1815) wurden für alle in den unter preußische, russische bzw. österreichische Herrschaft geratenen Adelsverbände einzelner ehemals - polnischer Länder der Wille deutscher bzw. russischer Monarchen maßgebend. Jeder Schlachtize (polnischer Adliger) wurde in den Adelsstand einer der drei Monarchien erhoben.
Schon im 16. Jahrhundert erfolgte der Versuch einer zentralisierten Verwaltung in Russland. Es wurden Strelitzen - Einheiten gebildet, das waren mit Waffen ausgerüstete Handwerker und Gewerbler, die zwar selbst für Ihren Lebensunterhalt aufkommen mußten , dafür aber von Abgaben und Leistungen befreit wurden. Eine Besoldung - meist in Naturalien - erhielten sie nur im Kriegsfall. Die Strelitzen wurden zu einem erblichen privilegierten Stand in der russischen Gesellschaft. Die Bojaren (Hochadel), bildeten ein vom Zaren berufenes Gremium aus Vertretern des Hochadels mit beratender Funktion. Die Bojaren bildeten die sogenannte Bojarenduma (Versammlung der Bojaren). Laut Berechnungen gab es in den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts etwa 16 000 Beamte und rund 15 000 Offiziere. Unter Peter dem I. war der russische Adel zu lebenslänglichem Dienst im Militär- und Staatsapparat verpflichtet. Dem Zaren und seiner Familie selbst standen die Leistungen von etwa 415000 männlichen Hofbauern (dvorcovye krest'jane), die als steuerpflichtige Unfrei auf den Besitzungen der Romanov - Dynastie arbeiteten und von etwa einer Million Staatsbauern männlichen Geschlechts, die als persönlich Frei die Feudalrente unmittelbar an den Staat entrichteten, zu Verfügung. Der Zar konnte außerdem auf Einkünfte aus Regalien, sonstige Abgaben und den Umsatz staatlicher Manufaktoreien rechnen.


Das alte russische Bojarentum wurde im Laufe der Jahrhunderte vom Zarentum rigoros dezimiert. Im Jahre 1785 wurde eine Reorganisation des russischen Adelsstandes vorgenommen, die eigentlich den Charakter der Bildung eines neuen Standes besaß, nämlich den eines ausdrücklich militärischen und Beamtenadels und sich nur noch geringfügig an die Reste des alten Bojarentums anlehnte. Betroffen von diesen Maßnahmen war auch der polnische Adel, der reich, wohlhabend, leidlich wohlhabend, arm oder auch gänzlich verarmt war und vorher schon immer von seinen politischen Rechten Gebrauch gemacht hatte. In der schlimmsten Lage befand sich der Kleinadel, für den im russischen System zwischen den unfreien Bauern und dem Landedelmann überhaupt kein Platz vorhanden war. Ein erster Schlag für ihn war die Forderung aus dem Jahre 1800, Nachweise für seinen Adel beizubringen, eine Forderung, die selbst für den besitzenden Adel schwer zu erfüllen, für die große Mehrzahl des Kleinadels aber fast gar nicht möglich war. Kriege, Bauernaufstände, wiederholte Durchmärsche fremder Heere durch das Land und andere Katastrophen hatten in den meisten Fällen den Verlust der alten Urkunden zur Folge. Von wenigen Ausnahmen abgesehen konnte sich der Kleinadel durch nichts anderes als die Überlieferung und die frühere Anerkennung seiner Rechte durch die polnische Adelsrepublik legitimieren. Das aber reichte nicht aus. Die russischen Behörden verlangten rechtsgültige Urkunden, durch die der Adel ausdrücklich bestätigt war. Aus dieser Zeit stammen die Worte:

"...bei mir nach dem Patent zu fragen, wann ich adlig gewesen sei ? Gott allein kann das noch wissen !
Soll der "Moskal" in den Wald gehen und den Eichenwald fragen, wer ihm das Patent verlieh, über alles Gestrüpp hinauszuwachsen.
So stöhnte der Adel aus Dobrzyn in der Schenke bei Jankiej."
Ein besonders harter Schlag für den Kleinadel war der Ukas (Zarenerlaß) vom 24. Mai 1818, durch den die Streichung der Adelsfamilien, welche die Bestätigung ihres Adels nur auf Grund von Geburtsurkunden und des Zeugnisses von Privatpersonen erlangt hatten, aus den genealogischen Registern angeordnet wurde. Die Lage dieser Adligen wurde über zehn Jahre nicht geklärt. Er besaß eigentlich keine Standesrechte, wurde aber auch einem anderen Stande nicht angeschlossen und seine Rechte wurden nicht näher bestimmt. Diese "Lösung" der Frage des polnischen Adels beschleunigte der Ausbruch des Novemberaufstandes, der vor allem eine Adelsbewegung unter dem Kleinadel war, der in den westlichen Gouvernements des Kaiserreiches, also in den früheren östlichen Grenzmarken der Adelsrepublik saß, zahlreiche Anhänger fand.
Der Erlaß des Zaren vom 19. Oktober 1831 sonderte aus dem ganzen alten polnischen Adel die sogenannten "Adligen" (dvorjane) aus, der voll und ganz die seinem Stand zustehenden Rechte besaß. Zu dieser Kategorie gehörte die besitzende Adelsklasse und ein kleiner Teil des Kleinadels, der sich legitimiert hatte und nicht durch die Teilnahme am Aufstand kompromittiert war. Außerdem schuf dieser Erlaß zwei neue Stände, nämlich die sogenannten "Einhofbesitzer" (odnodvorcy) und die "Bürger" (grazdane), wie der bäuerliche und Stadtadel ohne Nachweis bezeichnet wurden. Bei dieser Gelegenheit wurden viele Adlige dem Bauernstand zugerechnet. Die russischen Okkupanten beabsichtigten nicht nur die Abschaffung des Kleinadels, sondern auch eine möglichst weitgehende Verminderung des übrigen Adels. Grundsätzlich verlieh die Besatzungsmacht die Adelsrechte an den reichen Landadel. Der Erlaß vom 11. November 1832 teilte den Adel, der als "dvorjane" anerkannt wurde, in zwei Gruppen ein, nämlich in die Besitzenden und die ohne Besitz; mit dem Vorbehalt, daß die Rechtslage der zweiten Kategorie später geklärt werden würde. Aber selbst gegenüber den "dvorjane", die dem Landadel angehörten, verhielt man sich sehr mißtrauisch. Das Legitimierungsverfahren war mit vielen Schwierigkeiten verbunden und zog sich jahrelang hin. Die Tätigkeit des Heroldsamts führte dazu, daß der letztgenannten Kategorie des Adels nicht nur die Rechte des natürlichen Zuwachses nicht mehr zustanden, sondern sie auch in absoluten Zahlen abnahm.
Neue Veränderungen brachte das Jahr 1863. Durch eine Entscheidung des russischen Staatsrats wurden die Stände der "odnodvorcy" und der "grazdane" aufgehoben und der diese Stände bildende Kleinadel wurde den ländlichen und städtischen Gemeinden mit den für sie geltenden Rechten einverleibt. Das geschah bereits nach der Aufhebung der Leibeigenschaft und bedeutete für den armen Kleinadels einen offensichtlichen Nutzen, denn auf diese Weise wurde er der speziellen Aufsicht der Regierung entzogen und die Ausnahmerechte wurden auf ihn grundsätzlich nicht mehr angewandt. In derselben Zeit verschwand der Adel ohne Nachweis endgültig aus den Registern. Außer diesen Maßnahme fanden noch weitaus rigorosere statt, die Deportationen !
Die ersten Deportierungen des Kleinadels in Innere Rußlands fand bereits in der Zeit der ersten Teilung Polens statt. Die letzten Deportierungen nach der dritten Teilung wurden nach dem plötzlichen Tod der Kaiserin Katharina unterbrochen, weil Kaiser Paul gegenüber Polen eine ganz andere politische Richtung einschlug. Aufs neue begann man mit Deportierungen im Jahre 1832 und setzte sie bis 1849 fort, wobei mindestens 54 000 "odnodvorcy" und "grazdane" ausgesiedelt wurden. Nach der Niederschlagung des Januaraufstands 1863 wurde diese Aktion wieder aufgenommen. Außerdem wurden während des Novemberaufstandes den Kleinadeligen, die mit der Waffe in der Hand aufgegriffen wurden, die Söhne fortgenommen und zwecks Entnationalisierung in militärische Erziehungsanstalten gesteckt.
Eine andere Repressalie war das Rekrutenausheben. Regierungserlasse ordneten die Aushebung derjenigen an, die den Behörden als unsicher und verdächtig auffielen. Auf Grund dieser Anordnung wurden in den Jahren 1834 bis 1853 von je 1000 Kleinadligen, die keine Adelsrechte mehr besaßen, 200 Rekruten zum Heeresdienst eingezogen. Der Anteil an herangezogenen Rekruten in der übrigen Bevölkerung betrug nur 75 von 1000 Personen. Angesichts der damaligen langen, 25 Jahre dauernden Militärdienstzeit, bedeutete die Einberufung zum Militärdienst praktisch den biologischen Verlust für seine Familie. Der Zersetzungsprozess des polnischen Kleinadels beschleunigte sich noch dadurch, daß dieser nicht legitimierte Adel sich fast in seiner Gesamtheit im russischen Teilgebiet befand und die Russen ihn aus seinem Stand rasch entfernten. Der reichere polnische Landadel verkümmerte zum sich später bildenden landwirtschaftlichen Bürgertum. Die Staatsgrenzen sollten in Deckung mit den Standesgrenzen gebracht werden. Der zinspflichtige und der bäuerliche polnische Adel, der nicht in Innere Rußlands ausgesiedelt wurde, verbauerte. Auch der "Steinpflasteradel" verschwand, indem er ohne irgendwelche Umstände im städtischen Milieu aufging. Der als Hauspersonal vorher existierende Adel zerstreute sich angesichts der plötzlichen Liquidierung der Herrenhöfe in alle Welt, wobei er zum Teil ins ländliche und städtische Proletariat herabsank und äußerste Not litt. Nicht selten fand dieser Adel den einzigen Ausweg in der Funktion des "szabes gojs", also diejenigen die für die Juden solche Tätigkeiten verrichteten, die diesen am Sabbat durch religiöse Vorschriften verboten waren. Aus dieser Zeit ist die Redensart überliefert: " Ich will lieber für Juden Wasser tragen als..."

Aufstiegsmöglichkeiten hatte der Kleinadel nur in den städtischen Gebieten der Adelsrepublik in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts und zwar im Zusammenhang mit der Expansion des russischen Kaiserreichs. Die Möglichkeit mit Vieh - und Weizenhandel im Exporthafen Odessas vom Kleinadligen zum besitzenden Landadel aufzusteigen, nahmen viele Adlige, vor allem aber Gutsadlige wahr, denen diese Möglichkeit der zusätzlichen Bereicherung weit offener standen. Die Steigerung des landwirtschaftlichen Niveaus auf den Gütern war nur bedingt möglich, denn der fronpflichtige Bauer arbeitete nur ungern und ohne große Überzeugung auf den Böden seines Herrn. Um die Effektivität zu steigern, vergrößerte man die bestellte Bodenfläche, indem man dem Bauern Ackerland wegnahm, das sie für den Eigenbedarf brauchten. Mit diesem "Bauernlegen" stiegen die Lasten des Frondienstes. Das Ergebnis war eine Verarmung des Dorfes.
Preußen nahm früher als alle anderen Teilungsmächte eine Reform der bäuerlichen Verhältnisse vor. Der Erlaß aus dem Jahre 1897 hob die Leibeigenschaft der Bauern auf und gestattete dem Adligen, ohne Nachteile für seinen Adelsstand städtischen Gewerben und Beschäftigungen nachzugehen. Den Bauern und Bürgern erlaubte man den Erwerb von Grund und Boden. Anfänglich hatte man den Frondienst durch Zinspflichten verschiedener Art ersetzt, die erst nach der Revolution des Jahres 1848 aufgehoben wurden. Im österreichischen Teilungsgebiet traten die Veränderungen für den Adel plötzlicher ein. Die Gutswirtschaft befand sich in Galizien wegen den ungünstigen Zollverhältnissen und den topographischen Schwierigkeiten in einer weitaus schwierigeren Lage als in den preußischen und russischen Gebieten. Der Gutsadel verlegte sich vom unrentableren Getreideanbau auf das lukrative Brennereiwesen. Eine ungeheure Brennereikrise durch Überproduktion ruinierte im Jahre 1836 eine Menge von Gutswirtschaften. Die österreichische Verfassung von 1848 hob alle ständischen Beschränkungen auf und man begann zunächst in Galizien mit der Eigentumsverleihung, die alle Schichten und Klassen der frondienstpflichtigen Bevölkerung umfaßte.
Im Kaiserreich Rußland erfolgte die Eigentumsverleihung im Jahre 1861, in Kongreßpolen aber erst drei Jahre später. Der Beschluß› zur Eigentumsverleihung wurde durch den Ausbruch des Januaraufstands noch forciert. Das Gesetz vom . März 1864 erkannte fast allen Schichten der Landbevölkerung grundsätzlich Entschädigung und gleichzeitig mit Aufhebung aller mit dem Grund Boden verbundenen Verpflichtungen Land zu. Die Eigentumsverleihung umfaßte nur Ackerland und ließ die Frage der Wälder und Wiesen offen, die dann mit Hilfe der sogenannter Serviette, also der Berechtigung der Bauern, die Wald- und Wiesengebiete, die Eigentum des Gutshofes blieben zu nutzen, gelöst wurde. Diese Servitute (Belastung durch Grundstücke) trugen zu einer Verschärfung des Klassenkampfes zwischen Dorf und Gutshof bei. Die Eigentumsverleihung führte zum Bankrott eines sehr großen Teils der Gutsbesitzer. Durchmärsche aufständischer und russischer Truppen, ruinöse Befriedungsaktionen, der Mangel an Bargeld, doppelte Steuerzahlungen (an die russischen und nationalen Behörden), Zahlung von Bestechungsgeldern, die vor Verfolgung schützen sollten, die Beschlagnahmungen von Gütern, deren Eigentümer am Aufstand teilgenommen hatten (hauptsächlich in Litauen und im nordöstlichen Teil Kongreßpolens), die fiskalische Bedrückung, die als Strafe für den Aufstand gegenüber der gesamten Adelsklasse angewandt wurde, sowie die Konflikte zwischen Dorf und Gutshof schwächte den Stand des Adels. Der Adel blieb als Stand in formaler Hinsicht noch Lange bestehen, bis zum Zusammenbruch der Autokratie in Rußland und dem der Monarchien in den Teilungsmächten
Titulierungen des russischen Adels
Laut Registern des Kaiserlich - Russischen Heroldsamts (amtlicher Bestand von 1896) waren berechtigt , Titel zu tragen:
Herzöge: Dies waren z. B. auch einzelne in Russland eingebürgerte Zweige bzw. Vertreter der Deutschen Reichsfürstendynastien Oldenburg, Mecklenburg und Leuchtenberg. Als nahe Verwandte der Zarenfamilie der Holstein - Gottorp - Romanows stand ihnen zumeist die Anrede: " Kaiserliche Hoheit", ihren fernernen Nachkommen "Hoheit" zu.
Fürsten: Fürsten mit dem Titel "Erlaucht" (russisch Swjetllostj) kennt man im 20. Jahrhundert unter den Deutschstämmigen nur sehr vereinzelt. So die Barone, spätere Grafen Lieven, die preußischen Durchlauchtigen Fürsten Sayn - Wittgenstein - Berleburg.

Grafen: Grafen deutscher bzw. baltischer Abstammung, denen als Trägern der neunzackigen Adelskrone die Anrede "Ew. Durchlaucht" = Ssijatjelstwo gebührte, waren im Zarenreich recht zahlreich bis zu dessen Zusammenbruch unter Nikolaus II.

Die Gesamtzahl der Grafengeschlechter, welche unter dem Zepter der russischen Kaiser im 19. Jahrhundert bestanden haben, betrug etwa 300; ein Drittel von diesen Geschlechtern waren deutscher Herkunft, und nur zwei Drittel russischer, polnischer oder finnländisch - schwedischer und anderer ausländischer Herkunft. Noch höher belief sich der Anteil der Träger des Barontitels im Zarenreich. Der Titel Baron war laut russischem Gesetz (Gesetzessammlung, Band 9 betreffend Ständeordnung) mit keiner besonderen Anrede verbunden. Es war jedoch ein gesellschaftlicher Brauch, daß während ein gewöhnlicher Adliger mit "Hochwohlgeboren" = Wyssoko Blagorodje auch amtlich anzureden war, man den Baron mit "Hochgeboren" = Wyssokorodje anzusprechen hatte. Diese beiden Titularien entsprachen den Ober - und Stabsoffizierrangtitularien im Militär. Trägern der Personaladelstandswürde wie jedem Beamten bzw. Offizier XIV. - IX. Ranges stand die Anrede Blagorodje = Wohlgeboren zu. Anreden wie Jasnie Wielmozny = Durchlaucht und Wielmozny = Ew. Wohlgeboren entbehrten jeglicher russischer Rechtsgrundlage.
Verlust und Aberkennung der polnischen Adelsprädikate - und Namen.
Einer der vielen Gründe der Aberkennung des Adelsprädikates, war der Verlust von Landbesitz, an den ja das Adelsvorrecht gebunden war, sowie die Ausübung einer Beschäftigung, die eines polnischen Edelmannes nicht würdig war. Weiterhin war durch Erbschaftsteilung weite Teile des Adels dermaßen verarmt, daß er ärmer als Bauern war, viele Edelleute aus Scham auf ihre Adelsnamen - und Titel verzichteten und sich bürgerliche Namen zulegten. Viele Verarmte Familien waren, um ihren Unterhalt zu sichern, in das benachbarte Ausland abgewandert. Nach dem niedergeschlagenen Aufstand von 1830/31 gegen Russland, hatten viele Adelsfamilien ihren Besitz und gleichzeitig ihre Rechte verloren.
Alle Adeligen sollten und mußten sich nun in das russische Adelsregister des zuständigen Gouvernements eintragen lassen. Verweigert wurde der Eintrag den Anführern des Aufstandes sowie denjenigen Adeligen, welche die hohen Steuern des russischen Heroldsamtes nicht zahlen wollten. oder konnten. So entstand eine Klasse des unregistrierten Adels, der jetzt natürlich offiziell nicht mehr existierte, da er nicht in den Registern geführt wurde. Der polnische Staat schaffte die Adelstitel, die Adelsrechte und Wappen mit dem Artikel 96 der polnischen Staatsverfassung vom 21.3.1921 offiziell ab. Am 22.3.1935 hob die polnische Staatsverfassung die adelsrechtlichen Bestimmungen von 1921 wieder auf und ließ die Adelstitel wieder standesamtlich beurkunden und staatlich anerkennen. Die "Sozialisierung" in Polen, nach dem zweiten Weltkrieg, bedeutete dann endgültig das Ende des polnischen Adels.
Der Adelsname in historischer und gesetzlicher Sicht.
Der Adel im Allgemeinen, somit auch der polnische, war erblich. Er übertrug sich durch Blutsnachkommenschaft. Die Merkmale des polnischen Adelsnamens waren ab dem 15. Jahrhundert, die Partikel "ski" und "cki." Wichtig dabei zu erwähnen aber sei, daß die meisten, um nicht zu sagen fast alle polnischen Namen mit diesen Endungen reine bürgerliche Herkunftsnamen sind, also nur die Eigenschaft seines Trägers, die Herkunft über den Ort oder das Gebiet herleiten. Denn im Gegensatz zu Deutschland, folgte der nichtadelige Untertan den Gewohnheiten seines Herren ab dem 15. Jahrhundert, sich ebenfalls die beiden Partikel "ski" oder "cki" zuzulegen. Alle Träger dieser Namen sind oder waren nie adelig, bzw. waren nie von adeliger polnischer Herkunft oder Abstammung.
Es ist wie schon erwähnt bekannt, daß die den polnischen Wappen beigegebenen Namen, Stammnamen der Familien sind, während die seit Anfang des XV. Jahrhunderts in Gebrauch gekommenen und sich auf "ski" und "cki" endenden Namen nur bloße Besitz- Zunamen bedeuten, welche letztere auch in den ersten darauf folgenden Zeiten des Wechsels sehr unterworfen waren, daher die große Zahl sich nennender Familien, die ein und dasselbe Wappen führen und auch Zweige eines und desselben Stammes sind. Außerdem ist aber auch die Sitte des polnischen Adels bekannt, mit Zustimmung aller Glieder der das männliche Wappen führenden Familien und durch die Einwilligung der Reichsstände, Personen, die sich durch Große Verdienste auszeichneten, in das Wappen eines existierenden Geschlechts aufzunehmen. Daher kann man nicht bei allen Familien gleichen Wappens auf den gleichen Ursprung schließen.
Zu Zeiten der Teilungen Polens, führten manche Adelsfamilien, die sich in Deutschland niedergelassen hatten, ihren Namen polnisch und deutsch, zum Beispiel "von Bnin Bninski", "von Kuczkow Kuczkowski" usw. Die Polen ihrerseits neigten dazu, fremde Namen zu polonisieren, indem sie das deutsche "von" durch das polnische "ski" ersetzten. So wurde zum Beispiel aus "von Waldow", Waldowski, oder aus "von Krockow", Krockowski. Andererseits sind Schreibweisen wie "von Krockowski" nicht korrekt, da das "ski" schon für das deutsche "von" steht.
Nicht alle polnischen Adelsnamenträger waren von Blutadel. Adoptivkinder bürgerlicher Herkunft bildeten eine Ausnahme im biologischen Adelsrecht. Sie führten zwar vom Namensrecht her legal den Adelsnamen ihrer Adoptiveltern, aber ohne von gebürtigem Adel zu sein, denn der polnische Adel ist Blutsadel. Dagegen kann man nichteheliche Kinder adeliger Eltern biologisch gesehen zum Blutsadel rechnen.

22 Comments:

Anonymous Anonym said...

My friend doesn't have an email address. I used to send photos to their cell phone from mine as an MMS message. I just got the iphone 3G and can not figure out how to send photos to a phone#. I only see options for sending either an email or a text message (this option is text only & doesn't have an option for adding images). Is my days of sending photos from my phone to another over?



________________
[url=http://unlockiphone22.com]unlock iphone[/url]

9:37 nachm.  
Anonymous Anonym said...

I am in fact happy to glance at this weblog posts which
carries plenty of valuable facts, thanks for providing these kinds of statistics.


my weblog: kostenlos spiele spielen
my site: internetradio

9:20 vorm.  
Anonymous Anonym said...

This is a common misconception which will be resolved only with
firsthand experience. ''. You can then take a hard look
at the companies that come up for that particular keyword.
Naturally, they will flock to your competitor who does.

Is professional search engine marketing the thing that
you need. There are so many good blogs out there, and if you're one of those writers, you definitely know how important it is that your site gets heard through all of the noise. Since keyword analysis is needed for both SEO (search engine optimization) and SEM, we often confuse using these terms. This means that they follow only the steps given to them by Google and other major search engines. The businesses have understood the need to take SEO services for attaining good search engine placement. People these days use the Internet for a varied purpose. It is a sagacious process that has become even tougher with the continuous changes in the algorithm of the major search engines especially Google. Don't Forget to Replace the Default
Favicon with Your Logo. The SEO agencies must take care of the fact that the traffic is getting converted to potential customers.
Think wine, and keep the URL intact. This is where
your innovative SEO marketing techniques can achieve a high search ranking for your budget motel whenever
a user is specifically searching for a motel at your location.

A well-formed internal linking structure and good
sitemap can ensure all pages of a website being indexed by a search engine.

The World Wide Web is an incredible source of customers and
potential revenue for all types of businesses
and companies in all niches. SEO content is a
huge deal in today's online oriented business world. The website serves as a way for customers to find the business and be able to see what services are offered. If customers like what they see, they just might go on reading.

My webpage www.htmltojoomla.com

2:06 nachm.  
Anonymous Anonym said...

But the the main thing is a lot of your personal data is out there whether it's health information, bank card details or even as the Albuquerque mishap shows courtroom files. So even at young ages and relatively low levels of the sport, goalies will have their helmets designed with various colors, prints and patterns, shapes or designs, and more. ''. Fun the first time, but just not enjoyable after numerous journeys. Many consumers worry about their security when making purchases over the internet. This will also open the Backup and Restore Center, which will warn you that "Windows Backup has not been set up" and "Windows could not find a backup for this computer. Talcahuano. FIFA has stated that a player named as a goalkeeper can only play in goal and that this rule will be enforced. * You're realistic about
what you expect from others. When you set out to influence another’s feelings for you, are you not interfering with that person’s free will.


my blog post en.wikilib.com
My page :: Crysis 3 Hunter Key

7:14 nachm.  
Anonymous Anonym said...

Although you cаn't go back to any songs, you can skip songs, mark them as ones you like or dislike, and browse the names, bands, and CD the song is on of all the songs that have played already. The line comes off the boat automatically once it hits a fish, which means that the user can catch a fish of virtually any size. Proffering multifarious benefits to the advertisers, it is a quintessential resort for companies big or small.

Here is my web site: internet radio
Also see my webpage > click through the following website page

9:42 nachm.  
Anonymous Anonym said...

Tomb Raider, Mega Moolah, Mermaid's Millions, and Blackjack are some of the new Android game apps that have been released from Microgaming's partner, Spin 3.
If you want to enjoy the game thoroughly then you need to get on board
of a reliable online bingo site to get the maximum enjoyment as well as benefit of the game.
However, make sure that your phone is equipped with a powerful processor to enable deeper searches and devise
a strategy to give a challenging game of chess.


Here is my webpage ... youtube downloader online

2:27 vorm.  
Anonymous Anonym said...

hello there and thаnκ уou for your іnfo
– І have definitеly picked up anуthing
new from гight hеre. I ԁid hoωever expertise seveгal technіcal ρoints using thiѕ website, as I ехperіenced to
reload thе ωebsite many times previous to I could get it
to load pгopeгly. I had been wоndering іf your hosting
is OΚ? Not that I'm complaining, but sluggish loading instances times will very frequently affect your placement in google and could damage your high quality score if ads and marketing with Adwords. Anyway I am adding this RSS to my email and could look out for much more of your respective fascinating content. Make sure you update this again very soon.

my web blog youtube converter
Also see my site > myvideo downloader

8:14 vorm.  
Anonymous Anonym said...

The Federal Emergency Management Agency (FEMA) has
made available to communities literature which provides guidance and technical information educating communities on
how to become disaster resistant in the face of natural disasters.

Hold your device on end to locate two small screws on either
side of the dock. For the first generation, you'll need to release the back cover from the unit by running a shim along the edge of the unit to release all of the clips holding the backing on.

My page ... kostenlos spiele spielen - wiki.meego-fr.org

10:27 vorm.  
Anonymous Anonym said...

People whose body mass indexes are in between thirty five and thirty nine may also
qualify for the surgery if they are suffering from weight related health risks
like diabetes or high blood pressure. Der primäre Punkt, halten den Sport übertragen in einem langsameren Tempo kann die Art der Wette zu platzieren erwerben.

Dieses Produkt gelangt in den Magensaft und wird
zu elektropositiver Gelatine, die die Fettmasse einschließt.


My webpage garyreckard.com
Also see my webpage :: modelsforthemasses.com

7:28 nachm.  
Anonymous Anonym said...

1. Once the number of back links will increase, web traffic flow will enhance.
You can then take a hard look at the companies that come up for that particular keyword.
While you’re at it, remove all or fix 404 errors. Thus, in minimum cost, you get an opportunity to increase your
site ranking on Search Engine Result Page (SERP).
The major preference is for offshore SEO companies as they offer SEO at the most competitive prices.
While these 5 truths may seem self-evident, it
is the astonishing fact that they are contradicted, and even outright disputed, in the greater
SEO debate. Content writing for websites is not as simple as
typing out a predetermined amount of words, if you wish people to view the content.
Its professionals would do hard work to achieve the high traffic objective and they might taste success in their
attempt but they would desist from boasting anything about their success.
Be sure that the SEO outsourcing company you hire is capable of communicating properly.

Search engine optimization is necessary for online businesses because it lets your website get found.
If your website deals with certain products or services, then conduct a proper
research on these and then form your SEO content.
Advertise by Selling Branded Products. Think wine, and keep the
URL intact. Learn from other people's mistakes and experiences rather than destroying your own skills and wasting your time on experiments. Originally posted at: digitalmoz. The World Wide Web is an incredible source of customers and potential revenue for all types of businesses and companies in all niches. SEO content is a huge deal in today's online oriented business
world. The content must complement the theme of the website design.
Yahoo style guide.

Also visit my website: www.backlinkbasis.com

1:24 nachm.  
Anonymous Anonym said...

Eye to computer screen control is also available. replica cartier earrings.

Wherever you click you are instantly overwhelmed with
special offers: book this, buy that, fly with us, hop on this, reserve that.

99 Mac Mini only ships with 1GB of RAM. In doing so, it becomes the only potential choice for
best gaming PC under 500 bucks in the desktop category.

But there is a magic formula. In 2005, the QI Group acquired a UK-based independent telecommunications
provider with a strong background in providing advanced communications
solutions and technology in the United Kingdom. FIFA has stated that a player named as a goalkeeper can only play in goal
and that this rule will be enforced. Today, the company has over
1. For people from non technical background these things look like rocket science.


Look at my web page no crysis add ons

1:16 vorm.  
Anonymous Anonym said...

The application also offers some freebies like ID3 tagger and audio trimmer.
I wanted to know, since we have gotten so intimate, if you are seeing
or having sex with other partners (so we can keep this relationship honest and not play games).

The Zune application has been available for a couple of years now, and as
well as being the ideal desktop media player that handles movies,
music, TV and photos, it is also designed to sync with media players and Windows Phone while providing you with
access to the Zune Marketplace to purchase music and video.



My weblog: just click the next webpage

1:22 nachm.  
Anonymous Anonym said...

Moreover, over the internet there are 2 main versions of this game that is the RA deluxe with 10 pay lines
and the classic RA with 9 pay lines. If you are new
to copying PS3 games and you don’t yet know how to do this you
will be pleased to know that the process has now been made very easy by the availability of reliable copy software which can be downloaded.
Hier kommt es dann darauf an wie fleissig der Schueler ist.


Have a look at my page :: kostenlos spielen
My site - Read Much more

11:11 nachm.  
Anonymous Anonym said...

This provides an important social outlet for
many youngsters in a time when more and more people are becoming increasingly isolated from
one another. The popularity of online multiplayer seems to have overshadowed the experience of playing with someone who is sitting next to you.

The fragmentation from the system registry results in bad functionality
in not simply gaming; but also in common operations of the computer.


My blog ... http://journals.fotki.com/gomitlaga/my-blog/entry/twwsftsrtrrq/

1:35 vorm.  
Anonymous Anonym said...

The Federal Emergency Management Agency (FEMA) has made available to communities literature which provides guidance
and technical information educating communities on how to become disaster resistant in
the face of natural disasters. Remove other nearby wireless devices, such as a cordless or cellular telephone and make sure the mouse is at least eight inches away from a wireless keyboard.
For the first generation, you'll need to release the back cover from the unit by running a shim along the edge of the unit to release all of the clips holding the backing on.

Look into my homepage ... internet radio

12:57 vorm.  
Anonymous Anonym said...

excellent issues altogether, you simply gained a emblem
new reader. What may you suggest about your put up that you simply made some days in the past?
Any certain?

Also visit my homepage laser stretch mark removal

10:12 nachm.  
Anonymous Anonym said...

At this time it appears like Drupal is the top blogging platform available right now.

(from what I've read) Is that what you're using on your blog?


my web-site :: family survival kit craft

4:33 vorm.  
Anonymous Anonym said...

Hello everyone, it's my first pay a quick visit at this website, and article is genuinely fruitful for me, keep up posting these articles.

Here is my webpage :: stretch mark creams

10:10 vorm.  
Anonymous Anonym said...

This site was... how do you say it? Relevant!! Finally I've found something which helped me. Many thanks!

my website ... wiki.worldweb.com.br

10:01 nachm.  
Anonymous Anonym said...

This site was... how do you say it? Relevant!! Finally I've found something which helped me. Many thanks!

my web blog wiki.worldweb.com.br

10:01 nachm.  
Anonymous Anonym said...

If you would like to improve your knowledge simply keep visiting
this web site and be updated with the most recent information posted here.


Here is my page :: ranger forum

6:32 vorm.  
Anonymous Anonym said...

Hello, after reading this remarkable article i am as well cheerful to share my know-how here with friends.


Here is my homepage - stretch mark creams

5:39 nachm.  

Kommentar veröffentlichen

<< Home